Was kostet eine DGNB-Zertifizierung?
Kostenfaktoren, Gebührenstruktur und Orientierungswerte — und warum die größten Kosten nicht durch die Zertifizierung selbst entstehen.

Jan Dreher
Dipl.-Ing. (FH) Architekt
- ✓DGNB Auditor
- ✓DGNB Auditor Gebäude im Betrieb
- ✓EU-Taxonomie Experte
- ✓DGNB Experte Ökobilanzierung
- ✓BIM Manager (TÜV)
21 Jahre Praxiserfahrung
Die Kosten einer DGNB-Zertifizierung lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen von der Gebäudegröße, dem Zustand des Bestands, dem angestrebten Zertifizierungsniveau und dem Integrationszeitpunkt in die Projektplanung ab. Was sich sagen lässt: Die größten Kosten entstehen in der Praxis nicht durch die DGNB-Gebühren selbst, sondern durch fehlende Integration von ESG-Anforderungen in die Projektprozesse.
Woraus setzen sich die Kosten zusammen?
Die Gesamtkosten einer DGNB-Zertifizierung setzen sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: den DGNB-Systemgebühren, dem Auditorenhonorar und den Kosten für Fachgutachten und Nachweise.
Die drei Kostenblöcke im Überblick:
- 1.DGNB-Systemgebühren: Die Registrierungs- und Prüfgebühren der DGNB sind nach Bruttogeschossfläche gestaffelt und öffentlich einsehbar. Sie stellen in der Regel nicht den größten Kostenblock dar.
- 2.Auditorenhonorar: Das Honorar für den DGNB Auditor variiert je nach Projektumfang, Zertifizierungssystem und Koordinationsaufwand. Bei Bestandsprojekten ist der Koordinationsaufwand häufig höher als bei Neubauten.
- 3.Fachgutachten und Nachweise: Für bestimmte DGNB-Kriterien sind Fachgutachten erforderlich — etwa Lebenszyklusanalysen (LCA), Lebenszykluskosten (LCC), Raumluftmessungen oder Schallschutznachweise. Diese Kosten fallen zusätzlich zum Auditorenhonorar an.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Die wichtigsten Kostentreiber bei einer DGNB-Zertifizierung sind:
- —Gebäudegröße: Größere Projekte profitieren von Skaleneffekten. Die Kosten pro m² sinken mit steigender Bruttogeschossfläche.
- —Zertifizierungsniveau: Die DGNB vergibt vier Qualitätsstufen — Bronze (ab 35 % Gesamterfüllungsgrad), Silber (50 %), Gold (65 %) und Platin (80 %). Mit steigendem Ziel steigen Planungsaufwand und Nachweisanforderungen.
- —Zustand des Bestands: Bei Bestandsgebäuden liegen Unterlagen häufig nicht in der für die DGNB erforderlichen Form vor. Fehlende Energieausweise, unvollständige Gebäudedokumentation oder nicht vorliegende Materialnachweise erhöhen den Aufwand für Datenerhebung.
- —Aufwand für Dokumentation: Die Nachweisführung erfordert eine systematische Aufbereitung von Gebäudedaten. Je vollständiger die vorhandene Dokumentation, desto geringer der Aufwand.
- —Integrationszeitpunkt: Je früher die Zertifizierung in die Projektplanung eingebunden wird, desto geringer sind die Kosten für nachträgliche Anpassungen.
Orientierungswerte: Was kostet eine DGNB-Zertifizierung im Bestand?
Im Bestand liegt der Orientierungsrahmen bei 15–50 €/m² BGF als Gesamtkosten. Die größten Kostenpositionen entstehen durch Datenerhebung und Koordinationsaufwand — nicht durch die DGNB-Gebühren selbst. Frühzeitige Integration reduziert die Kosten erheblich.
Konkrete Kostenkennwerte nach Gebäudegröße, Beispielrechnungen und eine wirtschaftliche Einordnung finden Sie in der kostenlosen Fachpublikation „Strukturierte ESG-Integration in Bauprojekten".
Warum die größten Kosten nicht durch ESG entstehen
Die größten Kosten entstehen nicht durch ESG-Anforderungen selbst, sondern durch deren späte oder unstrukturierte Umsetzung. Wenn ESG-Anforderungen nicht von Beginn an in Kosten-, Termin- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden, entstehen nachträgliche Planungsanpassungen. Diese sind im Bestand deutlich teurer als bei frühzeitiger Berücksichtigung.
Fehlende LCA/LCC-Analysen führen zu Fehlinvestitionen und verpassten Fördermöglichkeiten. Eine strukturierte ESG-Integration — idealerweise durch einen erfahrenen DGNB Auditor — kann diese Kosten erheblich reduzieren.
Einen ausführlichen Überblick über Kosten und Ablauf der DGNB-Zertifizierung im Bestand finden Sie im Fachbeitrag DGNB Zertifizierung Kosten & Ablauf im Bestand.
Häufige Fragen zu DGNB-Zertifizierungskosten
Was kostet eine DGNB-Zertifizierung?
Die Kosten setzen sich aus DGNB-Systemgebühren, Auditorenhonorar und Fachgutachten zusammen. Im Bestand liegt der Orientierungsrahmen bei 15–50 €/m² BGF. Die größten Kostenpositionen entstehen durch Datenerhebung und Koordinationsaufwand, nicht durch die DGNB-Gebühren selbst.
Was ist der Unterschied zwischen DGNB-Gebühren und Auditorenhonorar?
Die DGNB-Systemgebühren sind nach Bruttogeschossfläche gestaffelte Registrierungs- und Prüfgebühren der DGNB. Das Auditorenhonorar ist das Honorar für den DGNB Auditor, der die Zertifizierung begleitet. Es variiert je nach Projektumfang, Zertifizierungssystem und Koordinationsaufwand.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer DGNB-Zertifizierung?
Die wichtigsten Kostenfaktoren sind: Gebäudegröße (Skaleneffekte bei größeren Projekten), Zertifizierungsniveau (Bronze bis Platin), Zustand des Bestands (Vollständigkeit der Dokumentation), Aufwand für Datenerhebung und der Integrationszeitpunkt in die Projektplanung.
Warum sind die Kosten bei Bestandsgebäuden höher?
Bei Bestandsgebäuden liegen Unterlagen häufig nicht in der für die DGNB erforderlichen Form vor. Fehlende Energieausweise, unvollständige Gebäudedokumentation oder nicht vorliegende Materialnachweise erhöhen den Aufwand für Datenerhebung erheblich.
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